Die Umstellung von der Winter- auf die Sommerzeit ist für viele Menschen nicht einfach. Trotz bestem Wetter und kraftvoller werdenden Sonnenstrahlen macht sich oft Müdigkeit breit. Was man im allgemeinen als Frühjahrsmüdigkeit bezeichnet, wird von medizinischen Klimatologen als eine vegetative Reaktion auf die Umstellungen in der Natur definiert. Verändern sich äußere Bedingungen wie Temperatur und Licht, stellen sich auch der menschliche Hormonhaushalt und Stoffwechsel um. In der kalten und dunklen Jahreszeit schützt sich der Körper durch die Verlangsamung des Stoffwechsels. Die Kerntemperatur im Körper sinkt und das Schlafhormon Melatonin wird vermehrt produziert. Der Mensch benötigt mehr Schlaf.
Im Frühjahr jedoch muss sich der Körper erneut umstellen. Die Tage werden länger, die Sonnenstunden mehren sich. Mit dem Anstieg der Körpertemperatur weiten sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt. Durch die besseren Lichtverhältnisse wird das Aktivitätshormon Serotonin ausgeschüttet. Für die Anpassung an die neuen Bedingungen benötigt der menschliche Körper jedoch etwa zwei bis drei Wochen.
Noch andere Faktoren begünstigen eine Frühjahrsmüdigkeit. In den Übergangsjahreszeiten leidet das Immunsystem und Infektionskrankheiten haben leichtes Spiel. Die Temperaturen schwanken noch stark, was den Kreislaufs und die Gefäße belastet. Abhängig vom Klima können Frühjahrsmüdigkeit und Zeitumstellung in den gleichen Zeitrahmen fallen. Der gewohnte Tagesrhythmus kann dabei durcheinander geraten.
Frühjahrsmüdigkeit kann sich auf verschiedene Weise äußern. Müdigkeit und Schwindel gehören zu den Symptomen, daneben kommen Kopfschmerzen, depressive Stimmung und vermehrte Wetterfühligkeit vor. Besonders betroffen sind Menschen mit Kreislaufschwäche und ältere Mitbürger.
Die Beschwerden lassen sich einfach mildern. Bei Spaziergängen oder durch spezielle Lampen wird durch Licht die Bildung von Serotonin begünstigt. Der Kreislaufs und die Gefäße werden durch Saunabesuche, Wechselduschen oder Kneipp’sche Güsse trainiert. Frisches Obst, Gemüse und ausreichende Flüssigkeitszufuhr wirken präventiv. Bei plötzlich auftretender Müdigkeit helfen frische Luft und kalte Unterarmgüsse.
Während der Umstellungszeit sollte man sich schonen und auf weitere Belastungen wie langes Feiern verzichten.